iPad Air

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Ich bin begeisterter iPad Nutzer seit der ersten iPad Generation. Zuletzt nutzte ich ein iPad der dritten Generation mit 16GB Speicher, also der einfachsten Ausstattungsvariante. Seit kurzem bin ich nun Besitzer des iPad Air (theoretisch hätte ich das sogar schon seit weit mehr als zwei Monaten sein sollen … aber das ist eine andere Geschichte, von der ich hier noch berichten werde), erneut mit 16GB Speicher, aber diesmal auch wieder mit mobilem Datentarif.

Da das Internet den einen oder anderen Testbericht™ zum neuen iPad bereithält, werde ich das hier nicht zu sehr ausdehnen und keinen Test aufschreiben. Mir geht es vielmehr um die konkreten Unterschiede zu meinem vorigen Gerät, von denen ich hier kurz berichten möchte.

Nutzungsverhalten

Ich denke, dass ich mich bestens in die Kategorie “Durschnittsuser” einordnen kann. Die wesentliche Anwendung ist das Konsumieren von Inhalten. Ganz wichtig für mich ist das Lesen meiner zahlreichen abonnierten RSS-Feeds über die App Newsify – und macht dabei vermutlich 80% meiner iPad-Nutzung aus. Daneben lese ich noch einige Zeitschriften und eBooks, surfe im Netz, höre viel Musik per Stream über Rdio (den ich oft via Bluetooth auf der Anlage wiedergebe) und klappere die sozialen Netze ab. Spiele habe ich auch jede Menge installiert, aber letztlich spiele ich garnicht so häufig. Das anspruchsvollste Spiel sollte wohl derzeit The Cave sein.

Die Unterschiede

Der größte, augenscheinlichste Unterschied ist zunächst Mal die Farbe ;-). Anstatt eines schwarzen, was ich bestellt hatte, habe ich nun ein weißes Gerät. Das ganze hat mit meinem Bestell-Desaster zu tun. Aber letztlich ist mir die Farbe reichlich egal. Ich muss jedoch sagen, dass das Weiß sehr gut mit dem grünen SmartCover harmoniert und mir diese Kombination insgesamt dann doch ziemlich gut gefällt.

Die nächsten großen Unterschiede betreffen die Maße und das Gewicht. Das Air ist im Vergleich zu den Vorgängen etwas schmaler, was es mir sogar schon ermöglicht, das Gerät mit einer Hand zu umfassen. Trotzdem ist es noch etwas zu groß, um es auf Dauer bequem so zu halten. Das Gewicht ist deutlich geringer. Damit fällt es nun deutlich leichter, das Gerät bequem in einer Hand am Rahmen gefasst zum Lesen zu halten, ohne dass der Arm oder die Hand zu schnell ermüden.

Natürlich bringt die neue Version auch einen ordentlichen Boost bzgl. der Rechenleistung mit sich. Leistungsdaten werde ich jetzt hier nicht runterbeten, ich denke es gibt im Netz eh schon mehr als genug Tests, die genau das machen. Das iPad Air ist für mich das erste iDevice mit dem “neuen” Lightning Connector. Der schmale Stecker ist schon deutlich praxistauglicher als noch der alte Dock Connector, besonders bequem empfinde ich, dass es kein Oben oder Unten gibt. Egal wie rum er gerade ist, rein gestöpselt und funktioniert. Wo bleibt das für LAN, USB, SATA, DVI/HDMI/DP … und vor allem für alle Stecker, die sich die Menschheit jemals ausdenken wird?

Der Sound aus den integrierten Quäkern ist deutlich räumlicher und voller im Vergleich zum Vorgänger. Aber nicht, dass man große Ansprüche daran stellen sollte (und das vermutlich auch selten gemacht wird), für Musikgenuss sind die Lautsprecher natürlich immern noch nicht geeignet.

Das iPad Air integriert den neuen M7 Coprozessor zur Erfassung von Sensordaten (vorwiegend Bewegungsdaten). Der M7 ermöglicht neben der genauen Aufzeichnung und Auswertung von Bewegungen auch das adaptive Verhalten des Geräts in Abhängigkeit eines erkannten Bewegungsprofils. Aktuell sehe ich den Vorteil dieser Technologie in einem Tablet nicht. Im Smartphone ist das deutlich interessanter (und wenn ich in dem Bereich mal aufrüste, werde ich mich sicher damit mal genauer auseinandersetzen).

Die Akkuleistung ist laut Datenblatt identisch geblieben. Mir kam sie zu Anfang etwas geringer vor. Das kann aber auch daran liegen, dass ich wieder ein Gerät mit Mobilfunk habe und der Funk auch ständig aktiviert ist. Damit ist der Vergleich mit dem Vorgängergerät auch nicht fair. Weiterhin erreichen neue Akkus ihre volle Leistungsfähigkeit erst nach einigen Ladezyklen (zumindest wird das behauptet und ich glaube das), so dass sich das auch durchaus noch ändern wird. Nach meiner Einschätzung ist also die Aussagekraft dieses gefühlten Unterschieds eher gering. Die Akkuleistung ist trotz dessen auf sehr hohem Niveau und ich komme mit 1 bis 2 Mal Laden sehr gut über die Woche.

Evolution oder Revolution?

Was bedeuten die Unterschiede nun für mich unter Berücksichtigung meines Nutzungsverhaltens? Hat sich das Upgrade voll gelohnt oder ist es doch eher nice to have? Kommt das neue Modell eher einer Evolution oder einer Revolution gleich?

Da ich das Gerät vorwiegend zum Lesen und Konsumieren von weiteren Medien nutze, ist der Gewichtsvorteil das größte Plus des neuen Geräts. Die Handhabung im Alltag ist dadurch viel angenehmer. Gehäuseform, Gewicht, Gewichtsverteilung usw. sind sehr nutzerfreundlich und ein deutlicher Vorteil zu den Vorgängern. Die gesteigerte Rechenleistung ist merklich, aber für meine Nutzung eher weniger ausschlaggebend. Ich war mit dem iPad 3 nie unzufrieden und hatte keinen Drang zu mehr Performance entwickelt. Die verbesserten integrierten Lautsprecher sind sehr nett für den Alltag.

Das iPad Air stellt für mich eher einen evolutionären Entwicklungsschritt dar. Eine Revolution war für mich damals noch der Schritt zum Retina-Display (was ich ja durch iPad 1 und 3 sehr gut direkt vergleichen konnte). An das brillante und deutlich schärfere Display habe ich mich damals innerhalb weniger Minuten gewöhnt. Beim Blick auf das alte Gerät drängte sich unweigerlich die Frage auf, wie man es so lange damit “aushalten” konnte. Solch eine ausschlaggebende Weiterentwicklung ist im iPad Air nicht zu finden. Die verbesserten Eigenschaften des Air machen es nochmal deutlich alltagstauglicher und die Lust auf das Gerät wird dadurch (für mich) deutlich gesteigert. Letztlich ist das Upgrade für mich dennoch eher als nice to have zu sehen. Ich wäre noch prima weiter mit dem 3er zurecht gekommen und hätte vermutlich nichts vermisst, wenn es das Air nicht gegeben hätte.

Und trotzdem: Geiles Gerät, freu mich, dass ich es habe! 😉